Kollektivversagen vor den Fristen – Steuerberater in Schockstarre

Steuerberater Kollektivversagen vor den Fristen

Ich bin ohnehin für meine direkte Art bekannt, aber heute werde ich mir jegliche Form von Höflichkeit sparen.

Ich habe es oft genug im Guten versucht, aber es bringt einfach nichts!

Vielleicht trete ich damit dem einen oder anderen auf den Schlips, aber immerhin kann mir dann am Ende keiner vorwerfen, dass ich nicht frühzeitig gewarnt hätte.

Fakt ist:

Wenn die meisten Kanzleiinhaber so weiter machen, sind die fetten Gewinnjahre bald vorbei.

Und nicht nur das:

Viele Kanzleien werden die nächsten Jahre nicht überleben. Sie werden gnadenlos ausgelöscht werden und von der Bildfläche verschwinden.

Wenn du mich fragst – leider völlig verdient!

Was die meisten Steuerberater nämlich aktuell abliefern, ist ein unternehmerischer Offenbarungseid.

Wenn Marketing ehrlich wäre, müsste man anstelle der tausend Siegel und Awards auf den Steuerberater-Webseiten eigentlich massenhaft folgende Auszeichnung finden:

Award für unterlassene Kanzleiführung

Genug der einleitenden Worte, bevor ich mich noch mehr in Rage schreibe…

In diesem Blogbeitrag werde ich dir die aktuellen Missstände in der Steuerberaterbranche schonungslos aufzeigen und dir konkret verraten, was du tun musst, um von der Handlungsunfähigkeit deiner Konkurrenz zu profitieren.

Neujahrsvorsätze innerhalb weniger Wochen verpufft

Steuerberater Neujahrsvorsätze verpufft

Könnte ich den Aktienmarkt ähnlich gut vorhersagen wie das saisonale Verhalten der Steuerberater, wäre ich schon Multimillionär.

Kanzleibooster existiert seit 2019 und seither gleicht sich das Bild Jahr für Jahr.

Es ist fast schon schockierend, wie vorhersehbar die Steuerberaterzunft ist.

Mein Gott, was waren die Steuerberater im Januar wieder motiviert!

Gestrotzt haben sie vor Tatendrang und konnten es gar nicht erwarten, endlich all die Projekte anzugehen, die sie Monate oder gar Jahre sträflich vernachlässigt haben.

Im Januar haben wir zwei Webinare veranstaltet (hier kannst du dir die Aufzeichnung ansehen). Beim ersten Termin waren über 100 und beim zweiten sogar über 200 Teilnehmer am Start – alle bis in die Haarspitzen motiviert.

Darüber hinaus hatten wir im Januar – wie jedes Jahr – massenhaft Selbstbucher, die unseren kostenlosen Online-Kanzleicheck absolviert und mit uns ein Auswertungsgespräch vereinbart haben.

Und wer unsere Jungs im Vertrieb die ersten Wochen im Jahr beobachtet hätte, hätte ein viel zu romantisches Bild von Kaltakquise gewonnen und sich gewundert, wie easy das alles ist.

Teilweise hatten wir sogar Schwierigkeiten, freie Slots zu finden!

Wäre das mein erstes Jahr als Geschäftsführer gewesen, hätte ich vermutlich Schubkarren bestellt, um das ganze Geld einzusammeln und für das restliche Jahr gerüstet zu sein.

Meine Euphorie hielt sich jedoch in Grenzen, da man auch dieses Jahr wieder die Uhr danach stellen konnte, wann sich die Aufbruchsstimmung ins Gegenteil verkehrt.

Ende Januar flachte die Motivation schon spürbar ab und Mitte Februar ist dann erwartungsgemäß die große Depression ausgebrochen.

Die guten Vorsätze wurden mir nichts, dir nichts durch fadenscheinige Ausreden ersetzt.

Die Fristen, die Fristen, die Fristen…

Steuerberater Fristen 30.04.2026

Während ich hier noch gefroren habe, waren die meisten Steuerberater gedanklich schon Ende April bei den Fristen.

Gereizte Stimmung, Panik, Schockstarre!

An strategische Arbeit ist seither nicht mehr zu denken.

Später. Irgendwann mal. Aber ganz sicher nicht jetzt!

Und wenn doch irgendwas gemacht wird, dann zumeist irgendwelche Pseudo-Maßnahmen, die strategisch überhaupt keinen Sinn ergeben.

Schon schlimm genug, dass mit Februar, März und April bereitwillig ein Vierteljahr abgeschenkt wird, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Im Mai sind viele Steuerberater zögerlich, weil sie erst mal durchschnaufen müssen und außerdem sind da ja die ganzen Feiertage – da lohnt es sich nicht, mit einem Projekt zu starten.

Der Juni wäre grundsätzlich besser, aber da wirklich ein Projekt starten, wenn Kanzleipartner A im Juli drei Wochen im Urlaub ist und Kanzleipartner B zwei Wochen im August?

Dann doch besser nach den Sommerferien!

Meistens ist es da aber doch nicht so ruhig wie ursprünglich gedacht und oh Mist, dann steht ja schon wieder Weihnachten vor der Tür…

Wie gesagt, diesen erbärmlichen Ausreden-Kreislauf beobachte ich seit 2019.

Das ist so vorhersehbar wie Ebbe und Flut!

Wenn das schon immer so war – wo ist dann das Problem?

Steuerberater wollen Risiken nicht wahrhaben

Natürlich kannst du die Frage stellen, worin das Problem besteht, wenn sich der Großteil der Branche vor den Fristen in den Dornröschenschlaf verabschiedet.

Wenn dies mindestens seit 2019 der Fall ist und vorher vermutlich auch nicht anders war, gibt es schließlich keinen Grund, Panik zu schieben, oder?

„Et hätt noch immer jot jejange!“

Ich glaube, die meisten Steuerberater checken noch nicht, was der Branche in den nächsten Jahren blüht.

Oder sie erahnen es, haben aber Angst davor und halten es dann lieber wie Pippi Langstrumpf:

„Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“

Das Problem ist nur:

Mit dieser Realitätsverweigerung kannst du vielleicht Bundesministerin für Arbeit und Soziales werden, aber keinesfalls erfolgreich eine Steuerkanzlei führen.

Die Branche steht kurz vor einem radikalen Umbruch.

Was in den letzten Jahren vielleicht noch verzeihlich war, fällt dir jetzt gnadenlos auf die Füße!

Mittelmäßige Kanzleien verlieren den Anschluss

Top-Kanzleien vs. mittelmäßige Kanzleien

Es gab schon immer ein Gefälle zwischen den guten und den schlechten Kanzleien.

Fakt ist aber, dass die Schere noch nie so weit auseinanderging wie aktuell und klar ist auch, dass der Abstand von Quartal zu Quartal krasser werden wird.

Früher haben sinnbildlich alle gegen einen Ball getreten – der eine etwas besser und der andere etwas schlechter. Aber man wusste, alle spielen Fußball.

Heute sind die Unterschiede so gravierend, dass man schon von einer anderen Sportart sprechen muss.

Schauen wir uns einfach mal eine Top-Kanzlei im Vergleich zu einer mittelmäßigen Kanzlei an:

Top-Kanzlei

Mittelmäßige Kanzlei

Satte Gewinne (deutlich über 300k pro Partner)

Besseres Angestelltengehalt

Hochpreisige Honorare, keine Honorardiskussionen

Niedrigpreisige Honorare, ständige Honorardiskussionen

Kanzleileitung ist kaum noch operativ tätig und arbeitet 20+ Stunden in der Woche an der Kanzlei

Kanzleileitung ist operativ noch voll eingespannt und arbeitet <5 Stunden in der Woche an der Kanzlei

Beschäftigt einen Kanzleimanager, Digitalisierungsbeauftragten, Social-Media-Manager und ähnliche Stabsstellen  

Sämtliche strategische Themen hängen an der Kanzleileitung

Bereinigter Mandantenstamm, nur noch Mandanten, die Spaß bereiten und gutes Geld abwerfen

Historisch gewachsener Mandantenstamm mit ganz vielen C-Mandanten, die die Mitarbeiter in den Wahnsinn treiben

Zusammenarbeit mit den Mandanten erfolgt ausschließlich digital

20–50 % der Mandanten werden noch analog bearbeitet

Einheitliche Prozesse, die auf Effizienz getrimmt sind

Wildwuchs

80 % Auslastung, super schnelle Bearbeitungszeiten

100–120 % Auslastung, wer am lautesten schreit, wird bedient

Komplexe Gestaltungen, die zuvor Tage in Anspruch genommen haben, werden mit Hilfe von KI innerhalb von einer Stunde aufbereitet

An Gestaltungen und proaktive Beratungen ist gar nicht erst zu denken

Baut neue Geschäftsfelder außerhalb der Deklaratorik auf

Ist froh, wenn sie das normale Tagesgeschäft gewuppt bekommen

Betreibt systematisch Marketing

Hofft, dass sich zufällig ein A-Mandant bei ihnen verirrt

Professioneller Außenauftritt und etablierte Arbeitgebermarke

Website gleicht einem Schandfleck und lockt keinen hinterm Ofen hervor

Spitzengehälter

Gehälter nicht konkurrenzfähig

Ausgeklügelte Schulungssysteme

Alles wird 1:1 erklärt und das mehr schlecht als recht

Es wird deutlich – Mittelmäßigkeit ist keine Option!

An jedem Tag, an dem du dich mit Mittelmäßigkeit zufrieden gibst, enteilen dir die Top-Kanzleien weiter.

Du musst endlich begreifen:

Wenn du eine mittelmäßige Kanzlei hast, kämpfst du mit einer Steinschleuder gegen Lichtschwerter!

Der Druck auf die Steuerberaterbranche nimmt zu

Bis 2030 verschwinden 30 % aller Steuerkanzleien vom Markt

Die Branche wird in wenigen Jahren nicht wiederzuerkennen sein.

Laut Prognosen der DATEV werden bis 2030 ca. 30 % der Kanzleien vom Markt verschwinden.

Viele davon altersbedingt, aber viele eben auch, weil sie nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Insbesondere die kleinen Kanzleien werden es zunehmend schwerer haben, mit den Möglichkeiten der größeren Einheiten Schritt zu halten.

Falls du es überlesen hast:

2030 – nicht irgendwann.

Zwischen der diesjährigen und der nächsten Fußball-WM gehen bei 3 von 10 Steuerkanzleien die Lichter aus.

Wow!

Klar ist auch, dass sich das Geschäftsfeld in der Steuerberatung grundlegend wandeln wird.

Während man aktuell noch gutes Geld mit der Deklaratorik verdienen kann, wird ihr Stellenwert sukzessive abnehmen.

Wie sich das alles exakt entwickeln wird, weiß natürlich niemand, aber offen gesagt hat mir die KI schon Sachen erstellt, die gefühlt deutlich krasser waren als ein Jahresabschluss.

Es wäre also längst an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die drohenden Umsatzeinbrüche abfängt und neue Geschäftsfelder aufbaut.

Wie willst du allerdings in diesem Wettbewerb bestehen, wenn du gerade auf einem Level agierst, dass du latent darüber nachdenkst, ein paar mehr Mandanten in DATEV Unternehmen online zu überführen?

Ich finde es naiv zu glauben, dass am Ende genug für alle da sein wird.

Was in der Vergangenheit galt, muss nicht in der Zukunft gelten.

Und ich finde es ebenfalls naiv zu glauben, dass man sich in der Branche dauerhaft gegen Private Equity wehren kann.

Wenn die Innovationen nicht aus dem Berufsstand selbst heraus kommen, schließen eben andere Marktteilnehmer die Lücken.

Vollblut-Unternehmer, die in Prozessen denken und deren Helfersyndrom vielleicht nicht ganz so ausgeprägt ist.

Du hast keine Zeit zu warten

Steuerberater keine Zeit zu verlieren

Erschreckend viele Kanzleiinhaber sagen nach wie vor, dass sie nur 2–3 Stunden in der Woche an strategischen Themen arbeiten.

Das ist viel zu wenig.

Wie willst du mit deiner Kanzlei dauerhaft erfolgreich sein, wenn du hauptberuflich oberster Sachbearbeiter spielst und die eigentliche Kanzleileitung vom Umfang her zu einem Minijob verkommt?

Ich habe dir in der tabellarischen Übersicht einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie Top-Kanzleien agieren.

Jeden Tag, an dem du zu diesen nicht aufschließt, gerätst du noch weiter ins Hintertreffen.

Bis zu dem Tag, an dem die FiBu und die Jahresabschlüsse aufgrund von Automatisierung zu Dumping-Preisen angeboten werden und du dumm aus der Wäsche guckst, weil du keine Daseinsberechtigung mehr am Markt hast.

Die Akteure in der Autoindustrie dachten auch über Dekaden, dass sie unantastbar sind. Wenn du nicht schleunigst aktiv wirst, ereilt dich dasselbe Schicksal.

In der Steuerberaterbranche entsteht gerade Wettbewerb und das ist gut so.

Für Schwäche und Ausreden ist kein Platz mehr.

Das Feld gehört denen, die mutig sind, die Ärmel hochkrempeln und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Sie werden diejenigen verdrängen, die zögern, zaudern und sich auf dem Status quo ausruhen.

Es liegt einzig und allein an dir, ob du am Ende zu den Gewinnern oder Verlierern zählen wirst.

Du hast keine Zeit zu verlieren – die Lage ist zu ernst für irgendwelche Experimente.

Arbeite deshalb mit uns zusammen, denn wir wissen exakt, was in welcher Situation zu tun ist und sind Meister darin, dich in die Umsetzung zu bringen.

Es ist leicht zu behaupten, dass wir in dieser Hinsicht die Besten am Markt sind. Glaub jedoch nicht mir, sondern schau dir gerne die unzähligen Videos von unseren Kunden an.

Noch besser als Videos zu schauen und Blogbeiträge zu lesen:

Absolviere JETZT unseren kostenlosen-Kanzleicheck und buche dir im Nachgang ein ebenfalls kostenloses Auswertungsgespräch.

Wir zeigen dir auf, wie du auf die Siegerstraße kommst.

Allen anderen Steuerberatern wünsche ich viel Glück, denn ihr könnt es gebrauchen.

Dein Michael von Kanzleibooster

Picture of Michael Wohlfart

Michael Wohlfart

Michael ist Geschäftsführer der Kanzleibooster GmbH
und einer der führenden deutschsprachigen Experten im Bereich Kanzleioptimierung. Als Kanzleiberater
hat er Einblick in mehrere hundert Steuerkanzleien und begleitet diese zusammen mit seinem Team aktiv bei der Umsetzung.

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Ebenfalls möchte ich vorwegschicken, dass dieser Blogbeitrag nicht für diejenigen gedacht ist, die sich gerne in Selbstmitleid suhlen und seit Jahren über ihre vermeintlich schwierige Lage klagen, ohne aktiv Schritte zur Verbesserung zu unternehmen. Diesen Erfolgsverweigerern möchte ich kein zusätzliches Futter liefern.

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Dein Online-Kanzleicheck